Energiemarkt aktuell

Der Energiemarkt befindet sich in einer historischen Ausnahmesituation.

Wir haben für Sie die häufigsten Fragen und Antworten zum Thema zusammengestellt.

Versorgungssicherheit

Aktuell ist die Gasversorgung in Haßloch gesichert. Aktuell besteht keine Gasmangellage, angeordnete Abschaltungen von Industriekunden oder vergleichbare staatliche Markteingriffe sind derzeit nicht erforderlich. Der Notfallplan Gas hat insgesamt drei Stufen und soll die Gasversorgung für Verbraucher auch in einer Krisensituation, wie sie aktuell vorherrscht sicherstellen.

Der Notfallplan Gas der Bundesrepublik basiert auf der Verordnung (EU) 2017/1938 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Oktober 2017. Der Notfallplan Gas ist in drei Eskalationsstufen unterteilt.

  1. Frühwarnstufe: In der ersten Stufe wird ein Krisenteam gebildet. Das Krisenteam des Bundeswirtschaftsministeriums besteht aus Behörden und den Energieversorgern. Die Gasversorger und die Betreiber der Gasleitungen werden dazu verpflichtet, regelmäßig die Lage einzuschätzen. Gashändler und -lieferanten, Fernleitungs- und Verteilnetzbetreiber ergreifen marktbasierte Maßnahmen, um die Gasversorgung aufrecht zu erhalten. Die Bundesregierung hat die Frühwarnstufe am 30. März 2022 ausgerufen.
  2. Alarmstufe: Am 23. Juni 2022 wurde die zweite Stufe ausgerufen. Grund hierfür ist, dass Russland die Gasflüsse durch die Nord Stream 1 Pipeline gedrosselt hat. Auch in der Alarmstufe kümmern sich die Marktakteure in Eigenregie, um eine Entspannung der Lage. Zu den möglichen Maßnahmen zählen beispielsweise die Nutzung von Flexibilitäten, Umschaltung auf alternative Energieträger oder die Optimierung von Lastflüssen. Auch die Einsparung von Energie gehört dazu.
  3. Notfallstufe: Wird die Notfallstufe ausgerufen, so liegt eine „außergewöhnlich hohe Nachfrage nach Gas, eine erhebliche Störung der Gasversorgung oder eine erhebliche Verschlechterung der Versorgungslage“ vor. Nun greift der Staat in den Markt ein. Die Bundesnetzagentur wird zum „Bundeslastverteiler“. In enger Abstimmung mit den Netzbetreibern erfolgt die Verteilung von Gas. Besondere Berücksichtigung erfahren die geschützten Kunden.

Gemäß des § 53a EnWG

  1. Haushaltskunden und Letztverbraucher bei denen ein standardisiertes Lastprofil anzuwenden ist.
  2. Soziale Dienste wie z. B. Krankenhäuser, stationäre Pflegeeinrichtungen und Feuerwehr.
  3. Fernwärmeanlagen, wenn Sie die Wärmeversorgung an die Kunden sicherstellen und kein Brennstoffwechsel vorgenommen werden kann.

Trotz der angespannten Lage müssen sich Privatkunden zum jetzigen Zeitpunkt keine Sorge um ihre Gasversorgung machen.

Im Gegensatz zum Strommarkt gibt es im Gasmarkt aktuell keine Herkunftsnachweise der beschafften Energiemengen. Dies hat zur Folge, dass wir als Gaslieferant leider nicht beeinflussen können, aus welchen Herkunftsländern wir das Gas beziehen. Russland deckt mittlerweile noch 35 % des verbrauchten Erdgases. Wichtige Herkunftsländer für in Deutschland verbrauchtes Gas sind außerdem Norwegen und die Niederlande.

Direkte Auswirkungen auf die Stromversorgung können aktuell ausgeschlossen werden. Wenn die Gasmangellage eintritt, könnte die Bundesnetzagentur das Herunterfahren der Gaskraftwerke anordnen. Dann springen die Reservekraftwerke ein, die kurzfristig die benötigte Stromleistung ersetzen. Zum jetzigen Zeitpunkt hat eine Reduktion der Gaslieferung also keine Auswirkung auf die Stromversorgung in Haßloch.

Rund 50 % der deutschen Haushalte nutzen derzeit den Energieträger Gas zum Heizen. Eine Trendwende dieser hohen Marktbedeutung ist aktuell nicht zu erkennen.

Preisentwicklung

  • Die Preise sind in den letzten Monaten stark gestiegen. Innerhalb eines Jahres haben sich die Preise für die Erdgasbeschaffung mehr als verfünffacht – das gab es in der Historie noch nie. Grund dafür sind die reduzierten Gaslieferungen aus Russland.
  • Auch für die kommenden Monate wird mit einem höheren Preisniveau gerechnet. In diesem herausfordernden Marktumfeld haben zahlreiche Discountanbieter die Belieferung an ihre Kunden eingestellt. Tausende Privathaushalte fielen deshalb in die sogenannte Ersatzversorgung.
  • Die Gemeindewerke Haßloch stehen für eine zuverlässige Versorgung ihrer Kunden. Vor dem Hintergrund anhaltender hoher Beschaffungspreise und neuer gesetzlicher Umlagen auf den Gaspreis, sind wir gezwungen, den Erdgaspreis zum 01.11.2022 erneut anzuheben.

Um die Versorgung mit Erdgas in Deutschland zu sichern, hat die Bundesregierung Maßnahmen getroffen. Diese sollen dafür sorgen, dass Industrie und Privatkunden im Falle einer Gasmangellage möglichst gut durch die Krise kommen, gleichzeitig kommen damit aber weitere Kosten auf Verbraucherinnen und Verbraucher zu:

  • Gasspeicherumlage: Um für einen russischen Lieferstopp gewappnet zu sein, werden aktuell die deutschen Erdgasspeicher mit Hochdruck gefüllt. Das Energiespeichergesetz schreibt vor, dass bis Anfang November die Speicher nahezu voll sein müssen. Die Kosten für die Befüllung der Speicher werden auf alle Gaskunden umgelegt und dafür die neue Gasspeicherumlage zum 1. Oktober 2022 eingeführt, die von allen Gaskunden getragen wird, um die Versorgung im nächsten Winter zu sichern. Die Gasspeicherumlage wurde für den Zeitraum von 1. Oktober 2022 bis 31. Dezember 2022 mit 0,059 ct/kWh festgelegt. Die Höhe der Umlage soll – abweichend von der vorherig vorgesehenen dreimonatigen Periode – grundsätzlich alle sechs Monate neu kalkuliert und spätestens sechs Wochen vor der jeweiligen Umlageperiode auf der Internetseite des Marktgebietsverantwortlichen veröffentlicht werden.
  • Gasbeschaffungsumlage nach § 26 EnSiG: Russland liefert weniger Gas, deshalb müssen viele Gasimporteure kurzfristig teuren Ersatz beschaffen – was diese in finanzielle Schwierigkeiten bringt. Damit die Unternehmen nicht insolvent gehen und die Versorgung weiter gesichert ist, führte die Bundesregierung zum 1. Oktober 2022 eine Umlage gemäß der Verordnung nach § 26 EnSiG ein. Die Höhe der Umlage ist zunächst auf 2,419 ct/kWh für mindestens 3 Monate festgesetzt. Somit kann erstmals zum 1. Januar 2023 die Höhe der Umlage angepasst werden. Die Saldierungsperiode (Zeitraum, in dem die Gasbeschaffungsumlage erhoben wird), beginnt am 1. Oktober 2022, 6:00 Uhr und endet am 1. April 2024, 6:00 Uhr.

Auch neu: Neben den beiden zeitlich befristeten Gasumlagen, bewirken zwei weitere Umlagen einen Anstieg der Kosten beim Verbraucher. Sie sind allerdings nicht so teuer, wie die Gasbeschaffungsumlage.

  • Bilanzierungsumlage: Gemäß der Festlegung GaBi Gas 2.0 ist der Marktgebietsverantwortliche (MGV) verpflichtet, zwei getrennte Bilanzierungsumlagekonten für SLP (z. B. Haushaltskunden) und RLM (z. B. Industriekunden) Entnahmestellen einzurichten und zu veröffentlichen. Auf diesen müssen sämtliche Kosten und Erlöse aus dem Regel- und Ausgleichsenergiesystem verbucht werden. Für beide Konten müssen die MGV Bilanzierungsumlagen für jeweils 12 Monate veröffentlichen. Der letzte Monat in der Veröffentlichung hat in beiden Positionen fallende Tendenz. Das ist wohl für Trading Hub Europe (THE) der Anlass, die Umlagen ab 1. Oktober 2022 beträchtlich zu erhöhen. Ab dem 1. Oktober 2022 beträgt die Bilanzierungsumlage 0,57 ct/kWh (+0,57 ct/kWh) (netto).
  • Konvertierungsumlage: Die Konvertierungsumlage dient zur Kostendeckung der kommerziellen und technischen Konvertierung. Die Umlage wird vom MGV erhoben und für eine dauer von 12 Monaten festgelegt. Bisher belief sich die Konvertierungsumlage auf 0 ct/kWh (netto), ab dem 1. Oktober 2022 beträgt sie 0,038 ct/kWh (+0,038 ct/kWh) (netto).
  • Deutschland befindet sich aktuell in einer Gaskrise. Gas ist zu einem knappen Gut geworden, die Preise sind regelrecht explodiert.
  • Weil zugesagte russische Gasmengen ausbleiben, müssen Gasimporteure die fehlenden Erdgasmengen kurzfristig zu deutlich höheren Kosten ersatzweise am sogenannten Spotmarkt beschaffen.
  • Für den aktuellen Krisenfall gibt die Bundesregierung die Weitergabe dieser Kosten per Umlage an alle Gaskunden vor. So wird verhindert, dass Energieversorger insolvent gehen und es im großen Stil zu Versorgungsausfällen kommt.
  • Um genügend Gas für den Winter vorrätig zu haben, werden aktuell die deutschen Erdgasspeicher mit Hochdruck gefüllt. Die Kosten für die Befüllung der Speicher werden auf alle Gaskunden umgelegt. Dafür wird die neue Gasspeicherumlage nach § 35e EnWG zum 1. Oktober 2022 eingeführt.
  • Die Höhe der staatlichen Umlagen wird Mitte August bekanntgegeben. Experten rechnen mit zusätzlichen Mehrbelastungen durch die Gasspeicherumlage und Gas-Sicherungsumlage von rund 700 Euro für einen Durchschnittshaushalt pro Jahr.

An der Börse steigt der Beschaffungspreis für Strom immer weiter. Massiv gestiegene Erdgaspreise haben dazu geführt, dass die Kohlenachfrage enorm zugelegt hat. Weitere Gründe sind neben der Gaskrise z. B. die Hitzewelle, wodurch die Pegelstände in den Flüssen sinken und die Kraftwerke mit reduzierter Leistung arbeiten. Auch die Entlastung durch den Wegfall der EEG-Umlage kann die Bezugskostensteigerung nicht vollständig ausgleichen.

  • Um Kunden zu unterstützen, bieten wir einen persönlichen Tarif- und Spar-Check an. Telefonisch, online oder auch im direkten Kontakt wird überprüft, ob zum Beispiel der Wechsel in einen anderen Tarif des Stadtwerks Sinn macht.
  • Außerdem wird geklärt, welche Energieeinsparmöglichkeiten individuell zielführend sind und welche Fördermöglichkeiten gegebenenfalls genutzt werden können, um Energie zu sparen.
  • Weiterführende Informationen dazu unter Energiespartipps.

Entlastungsmaßnahmen

Auch wenn die jüngsten Energiepreissteigerungen vor allem durch eine steigende Nachfrage auf ein begrenztes Angebot zurückzuführen sind, ist das hohe Energiepreisniveau in Deutschland zu einem großen Teil auf hohe staatlich induzierte Preisbestandteile zurückzuführen: Steuern, Abgaben und Umlagen bestimmen durchschnittlich 40 Prozent des Haushaltsstrompreises.

Die Gemeindewerke Haßloch berücksichtigt die Ersparnis von 3,723 Cent pro kWh (netto) automatisch. Wir begrüßen vor diesem Hintergrund ausdrücklich die von der Bundesregierung vollzogene Entlastung. Durch den Wegfall der EEG-Umlage im zweiten Halbjahr, wird ein Musterhaushalt um rund 150 € pro Jahr entlastet.

Menschen mit einem geringen Einkommen erhalten eine Unterstützung von der Bundesregierung. Insbesondere Wohngeldbezieher sollen mit einem Heizkostenzuschuss Unterstützung erhalten. Auch Studierende mit BAföG und Auszubildende, die nicht mehr bei den Eltern wohnen, sollen eine Unterstützung erfahren. Nähere Informationen erhalten Sie auf der Homepage der Bundesregierung.

Ihr Abschlag ist eine Teilzahlung bzw. Anzahlung auf die bereits geleisteten Energielieferungen. Die Höhe des Abschlages orientiert sich an Ihrem voraussichtlichen jährlichen Energieverbrauch und dem Preis. In der Jahresverbrauchsabrechnung werden die geleisteten Abschlagszahlungen mit Ihrem tatsächlichen Verbrauch verrechnet.

Ihren Abschlag können Sie Online individuell anpassen. Gern beraten wir Sie zu Ihrer optimalen Abschlagshöhe unter Tel. 06324/5994-330.

Aufgrund der aktuellen Preisentwicklung am Energiemarkt, in Verbindung mit den stark steigenden Preisen und Umlagen, empfehlen wir den Abschlag nicht zu senken. Jeder Monat mit zu geringem Abschlag erhöht die Nachzahlung bei der Jahresrechnung.

Energiesparen – Haßloch.wir-sparen-mit.de – Kleine Veränderungen machen den Unterschied

Zu unserer Unternehmensphilosophie gehört die nachhaltige und umweltschonende Energieversorgung. Als Energiedienstleister vor Ort sind wir in besonderer Weise mit unserer Region verbunden und nehmen die damit einhergehende Verantwortung sehr ernst. Die zuverlässige Versorgung mit Strom, Gas und Wasser für die Menschen, die hier leben und arbeiten, steht für uns selbstverständlich an erster Stelle.